Japan, das Land der aufgehenden Sonne oder einfach Nippon, ist ein Land der voller faszinierender Widersprüchlichkeiten. Uralte Tempel und Schreibe, bezaubernder Gärten und Teehäuser liegen neben Wolkenkratzern mit ihren leuchtend bunten Reklametafeln. Inmitten der Hektik des High-Tech-Zeitalters nehmen sich auch heute noch viele Japaner Zeit für die traditionelle Teezeremonie, um ihren Geist und ihre Seele zu harmonisieren.

Die gleichen Gegensätze zwischen Tradition und Moderne in Japans Alltag gelten auch für das Essen. Denn wenn auch in den japanischen Großstädten Fast-Food auf dem Vormarsch ist, wird die traditionelle Esskultur überall liebevoll gepflegt. Dazu gehört auch die ehrfurchtsvolle Haltung allen Lebensmitteln gegenüber, die in alten Zeiten als göttliches Geschenk betrachtet wurden. Ganz wichtig für die kulinarische Tradition in Japan ist die optisch ansprechende Präsentation der Speisen, denn hier gilt mehr als anderswo, dass das Auge mit isst. Egal, ob Sie in ein kleines Imbisslokal gehen und dort nur ein „ schnelles“ Essen einnehmen oder ob Sie das Glück haben, ein Festessen im Familienkreis zu erleben: Auf die sorgfältige Auswahl der Zutaten, die gewissenhafte Zubereitung und die Feinheiten der Dekoration verwenden japanische Köche und Hausfrauen erhebliche Zeit und Mühe. Das Essen selber soll unverfälscht und natürlich schmecken, so werden nur wenige Würzmittel verwendet.

In Japan gib es keine ganz strenge Menüfolge. Das einzige, was wirklich streng beachtet wird, ist die Vielfältigkeit der Gerichte, denn jede japanische Hausfrau ist stolz darauf, dass sich weder die Zubereitungsmethode noch die Zutaten bei einem Essen wiederholen. Das Geschirr, auf dem die Speisen angerichtet sind, ist selten einheitlich. Aber bei der Auswahl der Teller und Schüsseln werden sich ihre Gastgeber immer Mühe geben, einen Bezug zur jeweiligen Jahreszeit herzustellen, um die Nähe zur Natur zu verdeutlichen. So ist zum Beispiel das Geschirr im Frühling hell und aus zartem Porzellan oder Glas. Im Winter dagegen sind die Schüsseln und Schalen meist aus dunklerer und dickerer Keramik.
„Itadakimasu“, was man in Japan am Anfang des Essens sagt und in etwa dem deutschen „Guten Appetit“ entspricht.

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