In front of the Lidl
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Eben mal weiterfahren

Tja, nach dem aktuellen Lidl Skandal scheint die Antwort einfach zu sein. Ich musste heute mal wieder einkaufen, und hab mich prompt für ALDI (obwohl weiter weg) entschieden, nachdem ich gestern von den Stasi Methoden bei LIDL gehört habe. Zunächst hab ich gedacht, na gut, die haben ja ein Recht zu wissen was ihre Angestellten so tun. Aber zu protokollieren, wann ein Mitarbeiter auf Toilette geht, und für wie lange, geht wirklich zu weit. Nachdem ich von meinem Einkauf bei Aldi zurück kam, flattert mir doch die neueste Nachricht zum LIDL Skandal in meinen Feedreader.

Welt.de berichtet darin, dass Lidl seine Kunden bei der Eingabe der Geheimzahl gefilmt haben soll. Es war also ne richtige Entscheidung vorhin bei Aldi eingekauft zu haben. Wie Lidl das Vertrauen seiner Kundschaft und Belegschaft wiedergewinnen will, bleibt offen. Das Misstrauen bleibt zumindest bei mir noch eine Weile bestehen. Mit einer Entschuldigund Lidls an seine Mitarbeiter sollte es meiner Meinung nach nicht getan sein.

Mit meiner Meinung stehe ich anscheinend nicht alleine da. In zahlreichen Foren liest man ähnliche Kundenmeinungen. Möglicherweise wird dieser Skandal sich auf die Umsatzzahlen auswirken. Wer hat denn schon Lust in einem Supermarkt einzukaufen, der mit Stasimethoden seine Kunden bespitzelt?

Update 31.03.2008:
Lidl entschuldigt sich bei ihren Angestellten für die Spitzelei, rechtfertigt diese jedoch mit Schutz vor Laden-Diebstählen. Wahrenddessen erhebt Verdi auch Vorwürfe gegen Schlecker. Auch hier sollen Detektive und Sicherheitskräfte stundenlang durch Lochwände die Verkaufsräume ausgespäht haben. Angeblich seien Schlecker und Lidl keine Einzelfälle.

Update 28.02.2008:
Die Spitzel Affaire zieht immer weitere Kreise. Nachdem Lidl und Schlecker Stasimethoden vorgeworfen werden, berichtet der Spiegel heute auch von Spitzeln bei Plus und Edeka. Auf welche Hiobsbotschaften müssen sich die Verbraucher noch einstellen? Ist bald Aldi an der Reihe? Oder müssen wir uns sogar damit abfinden, dass diese Methoden branchenüblich sind?

Update 04.04.2008 Folgen der Spitzelaffäre

Lidl Lebensmittelhändler aus Neckarsulm verzichtet auf Kameras und schaltet diese zunächst ab.

Der Discounter hat sich nun Expertenrat geholt.
Joachim Jacob, der frühere oberste Datenschützer Deutschlands soll nun die Überwachung der Filialen reformieren

Derweil erklärt Verbraucherschützer Gerd Billen in einem Stern Interview, wie Kunden auf die Überwachungs-Methoden reagieren sollten.

Hartmut Strube, Jurist bei der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen rät Verbrauchern dringend davon ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen.

Beim Bundesbeauftragten für Datenschutz hält man das Hinweisschild zur Videoüberwachung am Eingang der Supermärkte für nicht ausreichend. Damit hat sich Lidl in einem Kundenschreiben gerechtfertigt.

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